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| Aktuell |
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| Archaeopteryx - mehr Dino als Vogel |
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Von Archaeopteryx, dem „Bindeglied“ zwischen Dinosauriern und Vögeln, der vor rund 150 Millionen Jahren lebte, gibt es weltweit zehn Funde. Off enbar stand der älteste bekannte Vogel den Dinos physiologisch näher als bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis kommen jedenfalls Gregory Erickson von der Florida State University in Tallahassee und seine Kollegen aufgrund von histologischen (gewebekundlichen) Untersuchungen an Knochen des Münchner Exemplars des „Urvogels“ (Plos-One 2009). Unter dem Polarisationsmikroskop zeigte sich, dass dessen Knochen sehr dicht, parallelfaserig, nur spärlich mit Blutgefäßen durchzogen waren und eher denen von Eidechsen glichen als jenen von Vögeln. Wachstum und Entwicklung des „Urvogels“ waren möglicherweise dreimal langsamer als bei den heute lebenden Vögeln und eher mit den Wachstumsraten von typischen Reptilien vergleichbar.Der etwa rabengroße Urvogel benötigte etwa 970 Tage, also mehr als zweieinhalb Jahre, bis er voll entwickelt war, gleichgroße heute lebende Vögel hingegen benötigen dazu nur acht bis neun Wochen. Zum Vergleich wurden auch Knochenproben nahe verwandter Dinosaurier wie Velociraptor unter dem Mikroskop untersucht, ebenso wie Proben zweier weiterer Urvögel – Jeholornis prima und Sapeornis chaoyangensis, die 30 bis 40 Millionen Jahre später in Nordostchina lebten. Fazit: Die Individualentwicklung des „Urvogels“ muss sich deutlich von der heute lebender Vögel unterschieden haben.
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Fossilien 4/2010 wird zum 15.07.2010 ausgeliefert |
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Schwerpunkte:
- Tierwelt im Unterkambrium von Südchina
- Vielscherer aus der Unterkreide
- Trilobit Koneprusia
- Muschelkalk-Seesterne in Franken
- Saurierspuren im Alltag
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| Koneprusia dahmani (Chatterton et al.), Länge ca. 29 cm. |
Udo Resch & Andreas Rückert: Die Trilobitengattung Koneprusia Für Trilobitenliebhaber ist Marokko ein Dorado, das sie mit wunderschönen Fundstücken verwöhnt. Das kommerzielle Graben nach Fossilien stellt dort einen beachtlichen Wirtschaftszweig dar. Gerade in strukturschwachen Gegenden, wie beispielsweise in der Region des Anti-Atlas, verdienen sich einige Familien auf diese Weise ihren Lebensunterhalt. Sehr viele Fossilien, darunter auch geradezu spektakuläre und exotisch anmutende Trilobiten, fanden so den Weg in private und öffentliche Sammlungen. Diese marokkanischen Funde revolutionieren geradezu die Kenntnis der Trilobiten. Umfassende wissenschaftliche Publikationen über marokkanische Trilobiten sind nach wie vor Mangelware; gerade bei den stacheltragenden Arten gilt es noch zahlreiche Kenntnislücken zu schließen. Der Beitrag widemt sich der Gattung Koneprusia, eine der bizarrsten Trilobitenformen überhaupt.
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| Trichasteropsis weissmanni in Ventralansicht. Durchm. 7 cm. |
Ralf Hildner: Muschelkalk-Seesterne aus dem Fränkischen Bruchschollenland Das Oberfränkische Bruchschollenland liegt zwischen der Obermain-Frankenalb und dem Variszischen Grundgebirge. Von letzterem ist es durch eine markante tektonische Grenze, die Fränkische Linie, getrennt. Das wenig bekannte Gebiet ist ein Paradies für Fossiliensammler und Wanderfreunde. Wenn man noch die Grenzbereiche des Bruchschollenlandes mit einbezieht, sind nahezu alle geologischen Zeitabschnitte bis hinunter ins Kambrium vertreten. Wer allerdings eine Fundgarantie haben möchte, sollte lieber auf die nahegelegene Frankenalb ausweichen und dort sein Glück versuchen. Die Schichten der Trias sind durch Störungen herausgehoben und teilweise nebeneinandergelegt. Oberer Muschelkalk stößt so vereinzelt direkt an Schichten des Oberjura. Den Seesternen in diesem Oberen Muschelkalk gilt der Artikel.
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| Microconchus aberrans; Cluster aus ca. 100 Röhren. |
Hans Hagdorn: Posthörnchen-Röhren aus Muschelkalk und Keuper „Ceratiten-Brut!“ – ich höre den Aufschrei von Freund Alfred heute noch, als wir Muschelkalk-Novizen auf die winzigen Spiralen auf einer Muschel der Art Pleuronectites laevigatus starrten, die er gerade gefunden hatte. Das ist nun über 50 Jahre her, und seitdem haben wir Tausende von den Posthörnchen-Röhren gesammelt, die als Aufsiedler von Muscheln, Ceratiten und sogar von Seelilien zu den häufigsten Muschelkalk-Fossilien gehören. Bald hatten wir herausgefunden, dass es sich bei unseren vermeintlichen Baby-Ceratiten um die kalkigen Röhren sessiler Meereswürmer der Gattung Spirorbis handelte, wie sie auch heute noch auf Schalen und Seetang in allen Weltmeeren leben. Ich freute mich zwar über jeden schönen Fund eines Spirorbis-überkrusteten Ceratiten oder eines Nautilus. Aber so richtig spannend waren die Röhrchen eigentlich nicht. Dass es doch Interessantes darüber zu berichten gibt, zeigt der vorliegende Beitrag.
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| weitere Inhalte: |
- Günter Schweigert & Karl Josef Herd
Ein Vielscherer aus der Unterkreide
- Helmut Keupp, Michael Steiner & Andrea Forchielli
Paläontologie aktuell: Die Anfänge der heutigen Tierwelt: Forschung im Unterkambrium von Südchina
- Norbert Wannenmacher
Aus der Form geraten: Pathologische Lias-Ammoniten aus Schwaben
- Toni Bürgin
Ein Zufallsfund aus dem Steinbruch
- Jürgen Fichter
Saurierspuren im Alltag: Der Cornberger Sandstein
Buchbesprechungen
Hardt, T., B. Herkner & U. Menz (2009) Safari zum Urmenschen: Die Geschichte der Menschheit entdecken, erforschen, erleben. Kleine Senckenberg-Reihe 51. 144 S., 146 Abb., broschiert, ISBN 978-3-510-61495-3, € 9,80. Schweizerbart-Verlag, Stuttgar
Rabeder, G., M. Pacher & G. Withalm (2010): Early Pleistocene Bear Remains From Deutsch-Altenburg (Lower Austria) – Die Altpleistozänen Bären von Deutsch-Altenburg (Niederösterreich). Mitteilungen der Kommission für Quartärforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 17. 139 S., zahlr. Abb., geb., ISBN 978-3-7001-6827-0, € 97,60 (zweisprachig Deutsch/Englisch). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Edelbacher Druck GmbH, Wien. |
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Aktuelle Ausgabe
| Heute ist der |
| Fossilien |
| Heft 4/2010 |
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Zeitschrift für Hobbypaläontologen
FOSSILIEN ist im gut sortierten Kiosk und allen großen Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich.
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| Tipp der Woche |
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F. Rudolph, W. Bilz, D. Pittermann: Fossilien an Nord- und Ostsee: Finden und Bestimmen
Geschoben von skandinavischen Gletschern gelangten Fossilien aller Erdzeitalter an deutsche Küsten und Kiesgruben. Erstmals liegt hier aus der Hand von profunden Kennern ein Bestimmungsbuch vor, in dem diese sogenannten "Geschiebefossilien" in ihrer typischen Erhaltung abgebildet und präzise beschrieben sind. 288 S., über 800 Abb., kt. mit Schutzeinband.
Preis: € 16,95 Bestell-Nr. 494-01490
Bestellen Sie bei edition Goldschneck im Quelle & Meyer-Verlag Industriepark 3, 56291 Wiebelsheim Tel. 06766/903-140 Fax 06766/903-320 E-Mail: Vertrieb@quelle-meyer.de
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